amours et délices

Uraufführung 24. Nov. 06, Espace Nuithonie, Villars-sur-Glâne/Fribourg (ch)

Eine Koproduktion von compagnie drift mit
Espace Nuithonie, Villars-sur-Glâne und dem Tanzhaus Wasserwerk, Zürich

Photo: Christian Glaus mehr Bilder | Video

Choreografie: Béatrice Jaccard, in Zusammenarbeit mit den TänzerInnen  Regie: Peter Schelling Dramaturgie & Regieassistenz: Sigrid Schonlau Tanz: Béatrice Jaccard, Judith Rohrbach, Slava Zoubkov, Massimo Bertinelli Musikkomposition: François Gendre & Massimo Bertinelli Bühne: Peter Schelling & Ronald Doerfler Licht: François Gendre  Kostüme: Yvonne Forster Maske: Sylvia Tommasi Produktionsleitung: Beatrice Rossi

Als Kammerspiel mit poetischer bis tollkühner Bewegungssprache tut ‚Amours et Délices’ seine närrische Wirkung, indem es einem das Dasein für einmal als feminine Eulenspiegelei vorführt.

Heimliche männliche Blicke verfolgen die Frauen, einsam, sehnsüchtig und lüstern.  Doch die tanzen vergnügt ihren Traumtanz zu zweit. Eine unausgesprochene Zuneigung treibt die beiden an. Jede der Spiegel der anderen und doch sie selbst. Als fleischgewordene weibliche Comicfiguren, zwischen Aufziehpuppe, Vamp und Girlie lavierend, führen sie ihre männlichen Weggefährten an der Nase herum und bringen sie ausser sich und ganz schön ins schleudern.

Die Schöpfung wird auf den Kopf gestellt, durchgeschüttelt und verzogen.

Die Männer im Hintergrund werfen keinen Schatten. Wenn ihnen die Frauen nicht Leben einhauchen, dann huschen sie als Diener des Moments ruhelos und immer zielloser durch die Gänge.‚Amours et Délices’ ist ein poetisches Tanzstück voll beiläufiger Bosheit und absurdem Witz.

Ein nicht immer nur leichter Genuss.

Presseauszüge

IN THEATER NUITHONIE TANZT DRIFT DIE KOMÖDIE DER GESCHLECHTER

„...Die ganze ‚driftsche’ Kunst entfaltet sich in diesem Stück. Die ausserordentliche Präzision in den Bewegungsabläufen wie auch eine sehr weit gehende Dekomposition von Alltagsgesten haben eine sowohl traumhaft traumbehaftete wie auch eine berührende Wirkung. Die häufig sinnliche Choreographie lässt Körper immer insistierender aufeinander treffen bis plötzlich eine Fülle von Bedeutungen aus den Bewegungen entsteht. Und das alles in einer absolut perfekten Lichtregie...Aber Drift ist ebenso stark inspiriert vom zeitgenössischen Theater. Und hier war die Compagnie gestern grandios...Wenn die vier TänzerInnen ins Register der Burleske wechseln sind sie wahrhaft unwiderstehlich. Verführung, eine witzige Zusammenfassung des Lebens von der Geburt bis zum Tod und ein langer, unverständlicher Wortschwall wird mit Hilfe von extrem genauer burlesken Gestik und Mimik auf die Bühne gebracht... Zudem ist ‚Amours et délices’ gut konstruiert, ohne Längen und mit stets fortschreitender Verdichtung...Das Stück ist lustig, beseelt und schlüssig und verdient Beifall. Das Publikum im Nuithonie hat mit einer langen Ovation reagiert...“ 

La Liberté, Fribourg, 25.11.06

FEMININE EULENSPIEGELEI

„...Die Schöpfung wird auf den Kopf gestellt und durchgeschüttelt oder zumindest verzogen und verstellt...Jaccard und Rohrbach mimen zwei fleischgewordene weibliche Comicfiguren, die – zwischen Aufziehpuppe, Vamp und Girlie lavierend – ihre männlichen Weggefährten an der Nase herumführen, ausser sich und ganz schön ins Schleudern bringen...der Lauf des Lebens wird zur Burleske in der Endlosschlaufe: Verführung, Geburt, Tod...Die wonnige Welt der Amoretten ist aus dem Lot geraten...’Amours et Délices’ kommt zwar bunt und lustig daher, ist aber nicht nur leichter Genuss. Als Kammerspiel mit poetischer bis tollkühner Bewegungssprache tut das Stück seine närrische Wirkung, indem es einem das Dasein für einmal als feminine Eulenspiegelei vorführt...’

Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 7.12.06

ÄUSSERST SCHRÄGE VERFÜHRUNGSKÜNSTE

„...poetisches Tanztheater voll beiläufiger Bosheit und absurdem Witz. Die Bewegungssprache – eine knappe und häufig eckige Abstraktion alltäglicher Gesten – ist unverwechselbar. Beeindruckend, dass Drift auch nach jahrelanger Zusammenarbeit immer wieder neue Nuancen zu entdecken und frische Bewegungen zu kreieren vermag...es kommt erstaunlich melancholisch daher, doch sobald ein bisschen Bosheit aufblitzt, wird es ein grosser Spass.

Tages Anzeiger, Zürich, 7.12.06

PAAR

„...Eine Augenweide.
...’Amours et Délices’ ist die verspielte und oft akrobatische Choreographie dieses ewigähnlichen Bemühens...Neben der Sehnsucht und dem Bemühen suchen auch innerhalb des Geschlechter Fraternisierung und Konkurrenz eine Balance, die immer fragil hier oder dorthin zu kippen droht.

P.S. die linke Zürcher Zeitung, Zürich, Dez. 06

ZERBRECHLICHE AUTONOMIE

„...Auseinandersetzung mit Frauen- und Männerwelten...Blickt eine mal unvermittelt in seine Augen, steht er unter Strom. Wie falsch gepolt...in der Nahaufnahme wird man tragischer Ausfälle gewahr. Dringt man(n) mal (gewaltsam) in ihre Autonomie, bricht ihre Welt, samt Gliedern, in Stücke. Die eingerenkten Frauengelenke halten sich nur schwer beisammen...spannender Abend...übervoll. Das Freiburger Publikum zeigte, dass es Qualität und Originalität zu schätzen weiss...“

Freiburger Nachrichten, Fribourg, 27.11.06

SURREALE BEWEGUNGSBILDER GANZ IN ROT

„...Sinngebung wird immer sofort wieder hintertrieben. Auf subtile Clownerie folgt ein handfester Schwank, auf akrobatische Balgereien minime Andeutungen, auf aufgedrehte Hektik besinnliche Konzentration, auf virtuose Körperbeherrschung tölpelhafte Ungeschicklichkeit, auf selbstbewusste Kraftentfaltung totales Erschlaffen...“

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