Eine Frau enthüllt Haut und die erstaunten Anwesenden finden
sich zu einem kleinen Orchester zusammen. Alle spielen mit ihren
Instrumenten und ihren Muskeln und gewinnen so ihr Glück und
eine warme Suppe.
Feine Tänze werden gezeigt, Langeweile kommt nicht auf, die
Dollarzeichen in den Augen der Spieler flackern und die Tapete wechselt
auf Russisch.
Kritiken zu 'Die Spieler':
"Skurriles aus dem Nichts... Die köstliche Szenenfolge
von kurzen Sketches und clownesken Nummern beginnt mit einem witzigen
Kartenspiel und geht dann über in Rollen- und Kampfspiele.
Im raffiniert einfachen Bühnenraum gestalten sich die Übergänge
zwischen den kurzen Auftritten spannungsvoll...eine Fülle von
Einfällen, die blitzschnell zu einprägsamen Szenen und
Bildern heranwachsen und unverhofft auf die Spitze getrieben werden."
Ursula Pellaton, Zürichsee-Zeitung,
Schweiz 15.5.99
"...ein Schmuckstück. Gespielt wird luftig und im leeren
Raum. Peter Schelling und Slava Zoubkov bringen ein Brett so dünn
wie Karton herein, klemmen es zwischen ihren Leibern fest, und darauf
fallen nun die Karten, aus der Hand, dem Ärmel, dem Hut, während
unmerklich unter der Wand hervor weitere skurrile Gestalten sich
in den Raum robben. Alles ist betörend einfach an diesem Spiel."
Lilo Weber, Neue Zürcher Zeitung,
Schweiz 15. 5.99
" Kartenspiel, Duell, musikalisches Spiel und spielerische
Bewegung: Alles wird vorzüglich parodiert.’Die Spieler'
ist wie ein Comic, in dem die leicht schrulligen Figuren echte Menschen
geworden sind. Entzückend!"
Mirjam Oertli, Tages Anzeiger, Zürich,
Schweiz, 11.12.99
"...Spiele der Erwachsenen: gut beobachtet und witzig in Bewegungen
'übersetzt'; sehr gekonnt, exakt und mit aussergewöhnlicher
Körperbeherrschung über spitzt interpretiert..."
Eveline Koberg, Neue Zeit, Graz, Oesterreich,
18.7.00
"Die Spieler" und "Die Versuchung"
Ein Abend der compagnie drift, in Zusammenarbeit mit ihren russischen
Freunden Budlana Baldanova und Viacheslav Zubkov.
Die Tänzer/Schauspieler Viacheslav Zubkov und Budlana Baldanova
haben wir während unseren Aufenthalten in St.Petersburg kennen
gelernt. Slava kommt aus Sibirien und ist Lehrer und Schauspieler
im Interstudio in Puschkin, der wahrscheinlich einzigen avantgardistischen
Theaterschule in Russland. Budlana ist Burjatin und arbeitet an
derselben Schule. Beide sind Mitglieder der Theatergruppe Interstudio.
Sie sind eindrucksvolle Theatermenschen. Ihr Zugang zur Bewegung,
zu Improvisation und zur Theaterarbeit ist genährt von der
langen russischen Theatertradition und gleichzeitig in starker Opposition
zu ihr. Von unserer westlichen Arbeitsweise unterscheidet er sich
stark. Gerade deshalb ist die Zusammenarbeit mit ihnen interessant.
Sowohl "Die Spieler" als auch "Die Versuchung"
wurden von der compagnie drift im Rahmen der "petits fours"
erarbeitet. Seit 1996 hat compagnie drift eine Reihe von Stücken
in sehr kurzen Produktionszeiten erarbeitet ("Die Spieler"
z.B. entstanden in 18 Probetagen, "Die Versuchung" in
4 Wochen).
Diese sehr knappe Produktionszeit bewirkt eine sehr konzentrierte
Zusammenarbeit aller Beteiligten. Künstlerische Entscheide
müssen zeitbedingt spontan und intuitiv fallen. Ideen, die
in einer "grossen" Tournee gerechte Produktion nicht ausprobiert
werden können, kommen zum Zug. Da gleichzeitig und sogar zum
grössten Teil im selben Raum mit Konzept und Choreographie
auch die Musik komponiert, das Bühnenbild entwickelt und gebaut
wird und das Lichtkonzept sowie die Kostüme entstehen, wirken
alle diese Prozesse direkt aufeinander ein.
Das Risiko, dass mit einer so kurzen Probezeit das Projekt auch
scheitern könnte, dass die Zeit fehlt und der Druck zu gross
wird, erzeugt bei uns eine Art Angstlust die wir als sehr anspornend
empfinden. Zum Publikum, das den Entstehungsprozess der Stücke
kennt, entwickelt sich so etwas wie eine Komplizenschaft.