DRIFT fhrt vor Augen, wie sich das Fantastische im Unscheinbaren verbirgt.

DIE VERSUCHUNG

PREMIERE UND KOPRODUKTION 10.MAI 2000, ROTE FABRIK ZÜRICH

Als wir mit dieser Arbeit angefangen haben, war der Ausgangspunkt das Thema Versuchung. Entstanden ist eine dunkle, absurde Miniatur, ein Düsterballet der Zwerge, im abgebrannten Kellerteil des Theaters.

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die versuchung

KONZEPT: PETER SCHELLING CHOREOGRAPHIE/TANZ: BÉATRICE JACCARD, PETER SCHELLING, MASSIMO BERTINELLI, BUDLANA BALDANOVA, VIACHESLAV ZUBKOV BÜHNE: PETER SCHELLING MUSIK: FRANÇOIS GENDRE, MASSIMO BERTINELLI LICHT: FRANÇOIS GENDRE KOSTÜME: DAPHNE INEICHEN

In den meisten Bildern sitzen sie in der Kiste und wundern sich...? Etwas, das uns sehr vertraut ist. Da wir Tänzer sind, war zu erwarten, dass wir nicht nur sitzen werden. Wir sind sogar extrem beschäftigt. Mit warten... und lauschen...mit grossen Ohren, ins All oder in die Welt; mindestens aber an Nachbars Tür. Der dann mit spitzen Fingern durchs Schlüsselloch greift, dir einen Knopf in den Hals dreht und mit dir um die dünne Luft streitet. Es geht um Verführungen, Windungen und Schlingungen. Hände verselbstständigen sich bis tief in die Nacht hinein.


Kritiken zu 'Die Versuchung':

"'Die Versuchung'...wendig und im kleinsten Bewegungsdetail ausdruckspräzise. Gekonnt zeigen sie, zwergenhaft geduckt und hochgereckt, groteske und berührende, böse und heitere Bilder menschlichen Gruppengeschehens."

Richard Merz, Neue Zürcher Zeitung, Schweiz, 12. Mai 00


"Eine kleine Kostbarkeit....ein aberwitziges Spiel von fünf zwergenhaften, ungeheuer agilen Figuren. Spannungsvoll aufgebaut, erzielt sie eine theaterwirksame Bildhaftigkeit und wird mit wunderbarer Präzision vorgestellt."

Ursula Pellaton, Zürichsee-Zeitung, Schweiz, 12.Mai 00


"...ins Groteske verzerrt, bewegungstechnisch noch anspruchsvoller: 'Die Versuchung': mit grau-schwarzen Zerrbildern um eckig verkrümmte Rundungen und ausgeleierte Spitzen von vertrautem Fremden. Beunruhigend-anziehend. 'Bewegungstheater' einer anderen, einer auch etwas russischen und nicht zuletzt einer akrobatischen Art..."

Eveline Kroberg, Neue Zeit, Graz Oesterreich, 18.7.00


"...compagnie drift est connue du publique lausannois depuis longtemps mais on ne les savait pas aussi redoutablement originaux...C'est surtout la deuxième pièce, 'la tentation', qui est excellente. C’est une pièce sur les rituels de sectes qui se danse sur les genoux d'un bout à l'autre. Des espèces de moines, aux pieds rouges, aux oreilles d'extraterrestres très mystérieux, invoquent l'autorité d'une sorte de bible et se livrent devant des stalles à un remue mélange burlesque assez satirique qui ne peut qu'intriguer tout espèce de public..."

Patrice Lefrançois, 24 heures, Lausanne, Schweiz, 9.10.00


"Die Spieler" und "Die Versuchung"

Ein Abend der compagnie drift in Zusammenarbeit mit ihren russischen Freunden Budlana Baldanova und Viacheslav Zubkov.

Die Tänzer/Schauspieler Viacheslav Zubkov und Budlana Baldanova haben wir während unseren Aufenthalten in St.Petersburg kennen gelernt. Slava kommt aus Sibirien und ist Lehrer und Schauspieler im Interstudio in Puschkin, der wahrscheinlich einzigen avantgardistischen Theaterschule in Russland. Budlana ist Burjatin und arbeitet an derselben Schule. Beide sind Mitglieder der Theatergruppe Interstudio. Sie sind eindrucksvolle Theatermenschen. Ihr Zugang zur Bewegung, zu Improvisation und zur Theaterarbeit ist genährt von der langen russischen Theatertradition und gleichzeitig in starker Opposition zu ihr. Von unserer westlichen Arbeitsweise unterscheidet er sich stark. Gerade deshalb ist die Zusammenarbeit mit ihnen interessant.

Sowohl "Die Spieler" als auch "Die Versuchung" wurden von der compagnie drift im Rahmen der "petits fours" erarbeitet. Seit 1996 hat compagnie drift eine Reihe von Stücken in sehr kurzen Produktionszeiten erarbeitet ("Die Spieler" z.B. entstanden in 18 Probetagen, "Die Versuchung" in 4 Wochen).

Diese sehr knappe Produktionszeit bewirkt eine sehr konzentrierte Zusammenarbeit aller Beteiligten. Künstlerische Entscheide müssen zeitbedingt spontan und intuitiv fallen. Ideen, die in einer "grossen" Tournee gerechten Produktion nicht ausprobiert werden können, kommen zum Zug. Da gleichzeitig und sogar zum grössten Teil im selben Raum mit Konzept und Choreographie auch die Musik komponiert, das Bühnenbild entwickelt und gebaut wird und das Lichtkonzept sowie die Kostüme entstehen, wirken alle diese Prozesse direkt aufeinander ein.

Das Risiko, dass mit einer so kurzen Probezeit das Projekt auch scheitern könnte, dass die Zeit fehlt und der Druck zu gross wird, erzeugt bei uns eine Art Angstlust die wir als sehr anspornend empfinden. Zum Publikum, das den Entstehungsprozess der Stücke kennt, entwickelt sich so etwas wie eine Komplizenschaft.

 

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