DRIFT fhrt vor Augen, wie sich das Fantastische im Unscheinbaren verbirgt.

DON QUICHOTTE CHEZ LA DUCHESSE

PREMIERE UND PRODUKTION MAI 2001 AM LUZERNERTHEATER

Eine Produktion des luzernertheater mit "Barocker Mai 2001"

Opéra-ballet in drei Akten (1743).
Musik von Joseph Bodin de Boismortier
Text von Jean Simon Favart

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Don Quichotte (pdf, 44 KB)

 

MUSIKALISCHE LEITUNG: HERVÉ NIQUET INSZENIERUNG: BÉATRICE JACCARD, PETER SCHELLING CHOREOGRAPHIE: MASSIMO BERTINELLI, BUDLANA BALDANOVA, MARISA GODOY, BÉATRICE JACCARD, MICHAEL RÜEGG, PETER SCHELLING, VIATSCHESLAV ZOUBKOV BÜHNENBILD UND KOSTÜME: REGINA GAPPMAYR LICHTGESTALTUNG: GÉRARD CLEVEN DRAMATURGIE: MICHAEL SCHMITZ-AUFTERBECK


Ein kleiner Ausflug in die Geschichte:

Die Opéra-Ballet, entwickelte sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Frankreich aus dem

  • Ballet de Cour, einer Gattung in der Tanz, Pantomime, Musik und Dichtung miteinan- der verbunden waren. Es wurde am Hof von der Hofgesellschaft - auch vom König - aufgeführt, nur einige wenige Instrumentalisten waren Berufsmusiker (Aus dem Ballet de Cour entwickelte sich später das klassische Ballett
  • dem Comédie-Ballet, einer dramatischen Gattung, in der die klassische französische Comédie mit einzelnen Musiknummern und Divertissements ausgeschmückt wurde.
  • dem Divertissement, das aus dem Ballet de Cour hervorging und Airs, gesungene Dialoge , Ensembles und Chöre enthielt ohne stringente Handlung.

Die Opéra-Ballet hatte in der Regel einen Prolog und drei oder vier Akte, in die jeweils ein Divertissement eingebettet war, dessen inhalt nur locker mit der Handlung verbunden war. Die Charaktere der Handlung entstammten nicht der Mythologie, sondern waren Menschen von Fleisch und Blut, in zeitgenössischen Dekorationen. Die Opéra- Ballet enwickelte sich so zum Spiegel der sozialen und kulturellen Verhältnisse mit häufig sehr komödiantischen Elementen.


Don Quchotte chez la Duchesse

ist ein spätes Exemplar der Opéra-Ballet. Joseph Bodin de Boismortier, ein Zeitgenosse Rameaus, wurde 1689 in Thionville geboren und liess sich früh in Paris nieder, wo er seit 1724 seine Werke selbst veröffentliche. Seine grosse Produktivität und ein grosses Geschick, seine Werke - vor allem die umfängliche Gebrauchsmusik - gut zu vermark- ten, brachten ihm grossen Reichtum ein und zu Unrecht den Ruf, ein musikalisches Leichtgewicht zu sein.

"Don Quichotte" hat eine aus einigen Kapiteln des Cervantes-Romans raffiniert konstruierte doppelbödige, in ihrer Knappheit fast absurd anmutende Handlung.

Erzählt wird die Reise durch eine künstliche Welt, in der nichts das ist, was es scheint. Alles ist Inszenierung. Und der Spass, den die Herzogin und ihre Hofgesellschaft sich dabei mit den beiden "Helden" leisten, überschreitet zuweilen die Grenzen des Zynismus. Die ganze Oper ist knapp in der Form, musikalisch höchst abwechslungsreich, von kräftigem Humor und feiner psychologischer Charakterisierung der Figuren.


Kritiken

"...Béatrice Jaccard und Peter Schelling haben ihre Aufgabe aufs schönste gelöst, mit Witz und nicht versiegender Fantasie - und sie vermitteln, was wohl bei einem solchen Stück das Wichtigste ist, die Freude am Spass... Manchmal weiss man kaum, wo man hinsehen oder hinhören soll, eine solche Überfülle bietet sich einem...Diese Inszenierung lädt zum Staunen ein."

Tages-Anzeiger, Zürich, 22.5.01


"...Don Quichotte und Sancho Pansa fliegen am Ende durch das Weltall einem unbekannten Ziel entgegen - nicht die einzige, mit verblüffend einfachen Mitteln der Illusion erzeugte spektakuläre Szene der Aufführung...Das vom Ballett herkommende Regieduo Béatrice Jaccard und Peter Schelling bettet die Tänze, seien es Pas de deux, Ensembles oder Pantomimen, so sehr in das burleske, farcenhafte Handlungsgerüst ein, dass sie sich mit dem virtuellen Spiel fast in Musical-Manier zu einer untrennbaren Einheit verbinden..."

Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 21.5.01


"...Opéra-Ballet wird Opera-Comic...Die Überraschung bei der Première war, dass diese Barock-Spezialität keineswegs einfach eine Sache von und für Spezialisten ist. Im Gegenteil. Die Inszenierung von Béatrice Jaccard und Peter Schelling...zeigt, dass Theater ganz elementar immer schon mit dem spielte, was man heute virtuell und multimedial nennt. Und das macht...einfach Spass...Die surrealen Verwandlungen werden mit Theatertechniken realisiert, die direkt aus dem Barock-Theater stammen könnten...back to basics - das gilt auch für die lebhafte Figurenregie und das Spiel der nahtlos ins Geschehen integrierten Tänzer....so einfache wie raffiniert umgesetzte Bild- und Spieleinfälle."

Neue Luzerner Zeitung, 21.5.01


"...In diesem Geschehen ist alles virtuell - eine einzige Parodie mit Hang zum Absurden, das immerhin poetische Momente keineswegs ausschliesst. Ein Faden, den das Luzerner Inszenierungsteam Béatrice Jaccard/Peter Schelling gerne aufgreift. Eigentlich sind sie Choreographen und somit...die richtigen Leute am richtigen Platz...

Tänzerische Phantasie ist gefragt und nicht Stilau{tizität: von gezierten, barocken Bewegungen bis zur modernen Pantomime und hie und da sogar ein Augenzwinkern zum klassischen Stil..."

St. Galler Tagblatt, 21.5.01


"...Béatrice Jaccard und Peter Schelling ...setzen die Handlungen, unterstützt von der Ausstatterin Regina Gappmayr, einfallsreich und treffsicher in Szene. Souverän spielen sie mit dem Theater auf dem Theater, machen mit einfachen Mitteln sichtbar, wie die Effekte gemacht sind und erzielen damit einen heutigen, clownesken Zauber. Dabei werden die Solisten und der Chor sicher geführt und platziert. Und mit der eigenen compagnie drift, wieder verstärkt durch ihre vielseitigen russischen Kollegen, setzen sie die wesentlichen szenischen und pantomimischen Akzente..."

Der Landbote, Zürich, 22.5.01

 

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