amours et délices
Choreografie: Béatrice Jaccard, in Zusammenarbeit mit den TänzerInnen Regie: Peter Schelling Dramaturgie & Regieassistenz: Sigrid Schonlau Tanz: Béatrice Jaccard, Judith Rohrbach, Slava Zoubkov/ Marco Volta, Massimo Bertinelli Musikkomposition: François Gendre & Massimo Bertinelli Bühne: Peter Schelling & Ronald Dörfler Licht: François Gendre Kostüme: Yvonne Forster Maske: Sylvia Tommasi Produktionsleitung: Beatrice Rossi
Uraufführung 24. Nov. 06, Espace Nuithonie, Villars-sur-Glâne/Fribourg (ch)
Eine Koproduktion von compagnie drift mit
Espace Nuithonie, Villars-sur-Glâne und dem Tanzhaus Wasserwerk, Zürich
Bisherige Vorstellungen: Nuithonie, Fribourg (ch), Tanzhaus Zürich (ch), Berner Tanztage (ch), Sommertanzwoche Dortmund (d), Festival de la Cité, Lausanne (ch), Oltener Tanztage (ch), phönix-theater 81, Steckborn (ch), Teatro Dimitri, Verscio (ch), TanzRäume 08, Hagen (d), Theater im Pumpenhaus, Münster (d), XV Annual Intern. Dance Conference and Performance Festival, Bytom (pl), Kulturkreis Zollikon (ch), 18. International Festival of Modern Dance, Kaunas (lt), National Theatre, Vilnius (lt), Flottmannhallen, Herne (d), KulturstadtLev, Leverkusen (d), Theater in der Brotfabrik, Bonn (d), Theater im Fischereihafen, Bremerhaven (d), Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim (d), Intern. Tanzwoche, Kleine Szene - Semperoper, Dresden (d), Internationales Tanztheaterfestival Graz (a)
Als sinnliches Tanztheater voll beiläufiger Bosheit und absurdem Witz mit poetischer bis tollkühner Bewegungssprache entfaltet ‚amours et délices' seine närrische Wirkung, indem es einem das Dasein für einmal als feminine Eulenspiegelei vorführt. Heimliche männliche Blicke verfolgen die Frauen, einsam, sehnsüchtig und lüstern. Doch die tanzen vergnügt ihren Traumtanz zu zweit. Eine unausgesprochene Zuneigung treibt die beiden an. Jede der Spiegel der anderen und doch sie selbst. Als fleischgewordene weibliche Comicfiguren, zwischen Aufziehpuppe, Vamp und Girlie lavierend, führen sie ihre männlichen Weggefährten an der Nase herum und bringen sie ausser sich und ganz schön ins schleudern.
Die Schöpfung wird auf den Kopf gestellt, durchgeschüttelt und verzogen.
Die Männer im Hintergrund werfen keinen Schatten. Wenn ihnen die Frauen nicht Leben einhauchen, dann huschen sie als Diener des Moments ruhelos und immer zielloser durch die Gänge. Ein nicht immer nur leichter Genuss.
Presseauszüge
‚...ein gebannt mitgehendes Publikum... fliessend verbundene Verrenkungen, Umschlingungen, Körperverbiegungen absurd und akrobatisch sensationell... Mit unerhörter Intensität werden menschliche Alltags- und Grenzsituationen erzählt. Dabei ist Humor, bisweilen auch böser Sarkasmus im Spiel. Da funkelt ein bizarr buntes Kaleidoskop menschlicher Sehnsüchte... Eine zerbrechliche Balance der Gefühle entsteht... Zeitlupenhafte Sequenzen explodieren plötzlich mit tänzerischer Rasanz...Verrückt und gleichzeitig choreographisch genial... Enorm die Temposteigerung im Finale... Surreale Szenen und ein zugegebenermassen nicht immer leichter Genuss.’ Pforzheimer Zeitung, Pforzheim, 09.02.2009
Die Liebe hat viele Gesichter
‚...In der eleganten, sinnlichen Eulenspiegelei um die Turbulenzen der Erotik verbirgt sich bei allem Schalk auch Ernst...Schwer zu sagen, was in diesem dichten Tanzvergnügen mehr faszinierte, der Ideenreichtum im Bewegungsvokabular oder die Beweglichkeit der Akteure selbst...Das leichtfüssig-liebenswerte Quartett half der Phantasie der Zuschauer mächtig auf die Sprünge. Viel Beifall...’ Leverkusener Anzeiger, 24.10.08
‚...Die Compagnie Drift aus der Schweiz, zeigte ‚amours et délices’, ein Stück, das auf der Trennlinie zwischen Tanz und Theater balanciert; burlesk, ironisch und voll eleganter Bewegungspoesie...’ Nemunas, Kaunas, Litauen, 9.10.08
‚...Die Meister des zeitgenössischen Tanzes – Compagnie Drift aus der Schweiz – liessen in ‚amours et délices’ intensivste Farben aufblitzen... Die vier Tänzer beherrschten ihre Körper perfekt. Sie schienen manchmal wie Holzpuzzles in Stücke zu fallen und liessen einen glauben, dass sie Gummigelenke hätten und dass Knochen nicht existierten. All dies fand in einer Situationskomödie über menschliche Beziehungen statt – mit einem etwas langsamen Start und später völlig faszinierend...’ Kauno diena (The Day of Kaunas), Kaunas, Litauen, 10.10.08
DER TANZ UM DIE LIEBE IST UNENDLICH
‚..wunderschön fliessend und ungemein sinnlich...das Auflösen jeder Art von Schwerkraft .. Körperverrenkungen..Wie Gummi die Glieder, die sich unabhängig voneinander zu bewegen schienen.. hinreissende Abläufe..eine liebevolle und witzige Hommage auf die Liebe und auf die Lust auf sie..’ Oltener Tagblatt, 20.11.07
TANZ UM LIEBE UND LUST
„...Zweifelsfrei gehört Drift zu den interessantesten Tanzcompagnien Europas...ein überraschender, ungewöhnlicher Abend...prall gefüllt mit poetischen und skurrilen Bildern...Bilder von grosser Zärtlichkeit...“ Dortmunder Zeitung, Dortmund, Deutschland, 16.06.07
EROTISCH TRAUMWANDELN
„..fein abgestimmte eigenwillige und groteske Bewegungen..lyrisch oder surreal, provokativ oder märchenhaft..ein atmosphärischer Zwiespalt...faunartige Schelmenstreiche...Mut zu heftiger Bodenarbeit und geschmeidigen Verrenkungen, zu dreisten Übungen auf Boden, Tisch und Liege..es spitzt sich das altvertraute Spiel zwischen Mann und Frau, zwischen Liebe und Wonne erotisch wie boshaft und abgründig zu..“ Mittellandzeitung, Bern, 08.06.07
IN THEATER NUITHONIE TANZT DRIFT DIE KOMÖDIE DER GESCHLECHTER
„...Die ganze ‚driftsche’ Kunst entfaltet sich in diesem Stück. Die ausserordentliche Präzision in den Bewegungsabläufen wie auch eine sehr weit gehende Dekomposition von Alltagsgesten haben eine sowohl traumhaft traumbehaftete wie auch eine berührende Wirkung. Die häufig sinnliche Choreographie lässt Körper immer insistierender aufeinander treffen bis plötzlich eine Fülle von Bedeutungen aus den Bewegungen entsteht. Und das alles in einer absolut perfekten Lichtregie...Aber Drift ist ebenso stark inspiriert vom zeitgenössischen Theater. Und hier war die Compagnie gestern grandios...Wenn die vier TänzerInnen ins Register der Burleske wechseln sind sie wahrhaft unwiderstehlich. Verführung, eine witzige Zusammenfassung des Lebens von der Geburt bis zum Tod und ein langer, unverständlicher Wortschwall wird mit Hilfe von extrem genauer burlesken Gestik und Mimik auf die Bühne gebracht... Zudem ist ‚Amours et délices’ gut konstruiert, ohne Längen und mit stets fortschreitender Verdichtung...Das Stück ist lustig, beseelt und schlüssig und verdient Beifall. Das Publikum im Nuithonie hat mit einer langen Ovation reagiert...“ La Liberté, Fribourg, 25.11.06
FEMININE EULENSPIEGELEI
„...Die Schöpfung wird auf den Kopf gestellt und durchgeschüttelt oder zumindest verzogen und verstellt...Jaccard und Rohrbach mimen zwei fleischgewordene weibliche Comicfiguren, die – zwischen Aufziehpuppe, Vamp und Girlie lavierend – ihre männlichen Weggefährten an der Nase herumführen, ausser sich und ganz schön ins Schleudern bringen...der Lauf des Lebens wird zur Burleske in der Endlosschlaufe: Verführung, Geburt, Tod...Die wonnige Welt der Amoretten ist aus dem Lot geraten...’Amours et Délices’ kommt zwar bunt und lustig daher, ist aber nicht nur leichter Genuss. Als Kammerspiel mit poetischer bis tollkühner Bewegungssprache tut das Stück seine närrische Wirkung, indem es einem das Dasein für einmal als feminine Eulenspiegelei vorführt...’ Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 7.12.06
ÄUSSERST SCHRÄGE VERFÜHRUNGSKÜNSTE
„...poetisches Tanztheater voll beiläufiger Bosheit und absurdem Witz. Die Bewegungssprache – eine knappe und häufig eckige Abstraktion alltäglicher Gesten – ist unverwechselbar. Beeindruckend, dass Drift auch nach jahrelanger Zusammenarbeit immer wieder neue Nuancen zu entdecken und frische Bewegungen zu kreieren vermag...es kommt erstaunlich melancholisch daher, doch sobald ein bisschen Bosheit aufblitzt, wird es ein grosser Spass. Tages Anzeiger, Zürich, 7.12.06
PAAR
„...Eine Augenweide.
ZERBRECHLICHE AUTONOMIE
„...Auseinandersetzung mit Frauen- und Männerwelten...Blickt eine mal unvermittelt in seine Augen, steht er unter Strom. Wie falsch gepolt...in der Nahaufnahme wird man tragischer Ausfälle gewahr. Dringt man(n) mal (gewaltsam) in ihre Autonomie, bricht ihre Welt, samt Gliedern, in Stücke. Die eingerenkten Frauengelenke halten sich nur schwer beisammen...spannender Abend...übervoll. Das Freiburger Publikum zeigte, dass es Qualität und Originalität zu schätzen weiss...“ Freiburger Nachrichten, Fribourg, 27.11.06
SURREALE BEWEGUNGSBILDER GANZ IN ROT
„...Sinngebung wird immer sofort wieder hintertrieben. Auf subtile Clownerie folgt ein handfester Schwank, auf akrobatische Balgereien minime Andeutungen, auf aufgedrehte Hektik besinnliche Konzentration, auf virtuose Körperbeherrschung tölpelhafte Ungeschicklichkeit, auf selbstbewusste Kraftentfaltung totales Erschlaffen...“ Der Landbote, Zürich, 07.12.06