au bleu cochon
Fotos von Christian Glaus | Luca Pillonel
Künstlerische Leitung/Regie/Choreografie: Béatrice Jaccard & Peter Schelling Tanz und Mitarbeit Choreografie: Thomas Maucher, Mónica Muñoz Marín, Judith Rohrbach, József Trefeli, Marco Volta, Viacheslav Zoubkov Dramaturgie: Béatrice Jaccard Musikkomposition: François Gendre, Massimo Bertinelli Video: Schelling/Jaccard mit Ensemble & Budlana Baldanova Bühne: Peter Schelling, Ronald Dörfler Licht: François Gendre Kostüme: Daphné Ineichen Maske: Sylvia Tommasi Produktionsleitung: Beatrice Rossi
PREMIÈRE: 2. April 2008, Nuithonie – Fribourg
Eine Koproduktion von compagnie drift mit Nuithonie – Fribourg, Tanzhaus Zürich, Theater Roxy Basel und Internationale Tanzwoche Dresden;
Bisherige Vorstellungen: Nuithonie, Fribourg (ch), Théâtre la Fourmi, Luzern (ch), Intern. Tanzwoche Dresden (d), Tanzhaus Zürich (ch), Theater Roxy Basel (ch), Phönix Theater, Steckborn (ch), Tanec Praha, Prag und Ostrava (cz), XVI Annual Intern. Dance Conference und Performance Festival, Bytom (pl), Radialsysten, Berlin (d), Kumu auditooriumis, Tallinn; Vanemuine Sadamateater, Tartu (est), Intern. Dance Theatres Festival, Lublin und Chelm (pl)
‚au bleu cochon’ ist eine Bar mit Glitzervorhang, einem ständig laufenden Fernseher, wo zwei Hasen Fussball spielen, einem mit Fell überzogenen Iglu und mit im Laufe des Stücks immer greller und farbiger werdenden Lichtstimmungen.
Hier werden alltägliche Absurditäten und menschliche (Übersprungs-)Handlungen als Ausdruck animalischer Triebe entlarvt: Gier, Flucht und Kampf bringen die Bella Figura des Menschen ins Schleudern und treiben noch die normalsten Handlungen an die Grenzen der Vernunft.
Ab und zu kriecht eine Frau ins Iglu, als wäre die Welt ein eisiger Planet und völlig verloren.
‚au bleu cochon’ erinnert uns daran, dass der Mensch ein armes Tier ist und die Welt ein Zoo verlorener Seelen.
Hinter unscheinbaren Situationen lauert der Aberwitz.
Jeder Moment enthältAnsätze für Unerwartetes. Verspieltes mischt sich plötzlich mit Beklemmendem, Einsamkeit mit Kumpanei. Schräge Vögel zeigen skurriles Paarverhalten.
Die Figuren sind halb menschliche, halb animalische Typen; Menschentiere, denen ihre hybriden Eigenschaften aufs Revers geschrieben sind und die keiner psychologischen Rollenführung gehorchen.
Hyperschnelle, energiegeladene, nervöse Impulse führen zu komplexen Kettenreaktionen in denen sich die Akteure wie in einem Spinnennetz verfangen.
Ein Tanz zwischen behutsamer Annäherung und Rauferei.
Die Schicht über dem Nichts ist hauchdünn. Wir bewegen uns nur mit nicht zu schwerem Herzen und mit leichten Gliedern gefahrlos auf ihr.
Presseauszüge
Der Genickbruch als Kunst
‚...Die Zuschauer werden Zeuge eines Naturschauspiels: Lebewesen – nennen wir sie Menschen – laufen auf zur Balz. Sie vergleichen ihre Hände, Beine und Körperlängen, verheddern sich, verknoten sich, wirbeln und schmiegen sich aneinander – und das sind erst die Männchen. Kaum sind die Weibchen im Spiel, wirds komplexer...Die zynischen, frech und sauber choreografierten Bilder bleiben haften...’ Thurgauer Zeitung,13.12.08
Skurriles Paarverhalten
‚...Die Zuschauer werden Zeuge eines Naturschauspiels: Lebewesen – nennen wir sie Menschen – laufen auf zur Balz. Sie vergleichen ihre Hände, Beine und Körperlängen, verheddern sich, verknoten sich, wirbeln und schmiegen sich aneinander – und das sind erst die Männchen. Kaum sind die Weibchen im Spiel, wirds komplexer...Die zynischen, frech und sauber choreografierten Bilder bleiben haften...’ Thurgauer Zeitung,13.12.08
‚...Gleich neben der Bar wölbt sich ein wuscheliges Iglu, aus dessen Innerem es kontakthungrig leuchtet...Körperteile verknoten sich auf unentwirrbare Weise, wobei nie ganz auszumachen ist, was raubeiniges Konkurrenzgerangel und was kumpelhafte Rempelei ist...Die Untersuchung des Zwischenmenschlichen ist ein Spezialgebiet der Compagnie Drift...Mit skurrilen Szenen zwischen Erzählerischem und Abstraktion überzeugen Jaccard und Schelling...In ‚au bleu cochon’ führen sie vor, wie hinter unscheinbaren Situationen der Aberwitz lauert...Eine Folge von Bildern, in denen irritierende und humorvolle Momente nah beieinander liegen. Die alltäglichenBewegungen enthalten fast immer Ansätze für Unerwartetes, Verspieltes mischt sich plötzlich mit Beklemmendem, Einsamkeit und Ausgrenzung...’ Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 9.05.08
Nachts an der Bar
‚...neues, originales Bewegungsmaterial... unverwechselbar... trägt eine eigene, starke Handschrift...Nach diesem kurzweiligen Stück, das in gewohnter ‚driftscher’ Manier überzeugt, wird man nie mehr wieder an einer Bar stehen können, ohne die anderen Besucher ganz genau zu beobachten: Ist da nicht ein kleiner Tick? Schimmert dort nicht etwas Tierisches durch?... mz 16.05.08
Tanz zwischen behutsamer Annäherung und Rauferei
‚...Ein paar verlorene Seelen stehen herum, schüchtern, steif. Man sucht sich, testet, wie Körperteile zusammenpassen, schiebt Glieder gegeneinander. Und macht häufig zu viel des Guten. So entsteht aus einer behutsamen Annäherung schnell ein Würgegriff oder gleich eine Rauferei. Körper verheddern sich ineinander, sodass sie kaum mehr zu trennensind. Abstruse Situationen...ausdrucksstarke Tänzer...tolle Figuren die vor allem in Duos überzeugen...’ Tages Anzeiger (Kritik Zürich) 8.05.08
Clowneske Tiermenschen
‚...Die surrealen Bewegungsbilder sind sehr fein gezeichnet, das Zusammenspiel der skurrilen Figuren wirkt überaus virtuos...
Seltsame Mischwesen... Von den Menschen haben sie den unbedingten Willen zu Begegnung, Austausch, Vermittlung und Erklärung und dazu alle möglichen Hemmungen und Verklemmtheiten, von den Tieren fraglose Antriebsaktionen, instinktive Bewegungsmuster und unwillkürliche Reaktionen. Sie wollen die anderen beeinflussen, weichen dann feige aus oder schämen sich und preschen gleichzeitig rückhaltlos vor, stürzen sich in immer schnellere Kettenreaktionen und beweisen in den wildesten Wechseln eine selbstgewisse, ruhige Sicherheit...’ Der Landbote, 8.05.08
Schräge Vögel
‚...Subtil, mit viel poetischem Geschick entlarven sie alltägliche Absurditäten und menschliche (Übersprungs-)Handlungen als Ausdruck animalischer Triebe: Gier, Flucht und Kampf bringen die Bella Figura des Menschen ins Schleudern und treiben alltägliche Handlungen an die Grenzen der Vernunft. Bewegungsabläufe werden immer wieder von unkontrollierbaren Impulsen durchkreuzt und bis zur Unkenntlichkeit zerzaust. Lustig ist das, aber auch ein bisschen traurig, weil ‚au bleu cochon’ uns daran erinnert, dass der Mensch ein armes Tier ist und die Welt ein Zoo verlorener Seelen...’ Tages Anzeiger (Kritik Luzern) 30.04.08
Verquickungen – Verwicklungen – Verschlingungen
‚...Die Schweizer Compagnie Drift sorgt allzeit für Überraschungen, und das mit hervorragenden Tänzern...sechs handgeschöpfte Typen...Was diese Compagnie in einer kurzweiligen Stunde an Verquickungen, Verwicklungen und Verschlingungen zu bieten hat ist schlichtweg sehenswert und dafür sprudeln die choreographischen Ideen nur so hervor...’ Dresdner Neueste Nachrichten, 29.04.08
In der Bar zum blauen Schwein
‚..Ein Glanzlicht der diesjährigen Tanzwoche...lustvoll ausgespielte Missverständnisse mit einer Prise Traum...Jaccard/Schelling haben ‚au bleu cochon’ erfunden als akrobatische Klappmechanik halb gewollter Ereignisse...Das wirkt skurril, ist aber präzis erkannt...’ Sächsische Zeitung, Dresden, 28.04.08
‚Drift stellt unsere Manien mit leichter Hand bloss’
‚...Drift erforscht das Intuitive, das Körperliche im Ursprung von menschlichen Beziehungen; und das in einem einzigartigen Stil in dem die Leichtigkeit mit dem Scharfsinn und die Präzision mitder Relevanz im Wettstreit liegen...Die Choreographie arbeitet vor allem mit Impuls... aber in einem hyperschnellen, energiegeladenen nervösen Rhythmus...in meisterhaften und präzise ausgeführten komplexen Kettenreaktionen, in denen alle 6 Tänzer und Tänzerinnen ihre eigene, von den anderen unterschiedliche Partition hat...Man sagt sich, dass in diesem absurden Bühnenbild mit seinem Glitzervorhang, dem ständig laufenden Fernseher, seinem mit Fell überzogenen Iglu und den im Laufe des Stücks immer greller und farbiger werdenden Lichtstimmungen alles nur Oberfläche sei. Aber der Körper kann durch nichts überdeckt und versteckt werden. Das Animalische, Unzähmbare, lässt sich nicht zuschütten...Die Compagnie Drift entblösst Liebesduette sowie Alltagsszenen, so dass man sich wie in einem Zerrspiegel erkennt...’ La Liberté, Fribourg 4.4.08
‚au bleu cochon’
‚...Verkettungen und Verschränkungen in einem geschlossenen Gesellschaftskreis...Die Compagnie Drift schafft es erneut, tiefe psychologische Einsichten in ein skurriles Ambiente zu betten, so dass wir über ihren Humor bereit sind, sie zu schlucken, und gerne davon mehr...’ ensuite, Kulturmagazin, 8.4.08
Mit der grosszügigen Unterstützung von:
Kulturförderung der Stadt Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Kanton Freiburg – Kulturförderung, Kulturelles.bl , Migros-Kulturprozent, Sophie und Karl Binding Stiftung, Kulturstiftung Winterthur