Schwarzer Peter – kein Konzert
IDEE/ MUSIKKOMPOSITION François Gendre, Massimo Bertinelli
VON UND MIT Massimo Bertinelli, François Gendre, Béatrice Jaccard, Peter Schelling PRODUKTIONSLEITUNG Beatrice Rossi
DANK AN: Thomas Vontobel
eine Koproduktion mit Nuithonie Fribourg und compagnie drift
Uraufführung: 24. Aug. 2009 am Zürcher Theaterspektakel
Weitere Vorstellungen: Theater Roxy, Basel (ch), Nuithonie Fribourg (ch), Théâtre la Fourmi (ch), Festival Incontriteatrali, Lugano (ch), Teater Ticino, Wädenswil (ch), Theater Phönix, Steckborn (ch), Studio 12, Bratislava (sk), Divadlo Andreja Bagara, Nitra (sk), Stanica, Zilina (sk), Kasárne/Kulturpark, Kosice (sk), Teatro Regina Margherita, Marcialla (I), Blickfelder - Schauspielhaus Zürich (ch), Brotfabrik, Bonn (d), Pumpenhaus, Münster (d), Blurred Border Festival, San Diego (usa), Teatro del Gatto, Ascona (ch), schweizgenössisch - Radialsystem, Berlin (d), Theater Rigiblick, Zürich (ch)
Drift’s neues Projekt ist Musik, ist Bewegung und wissenschaftlicheTests. Es ist auch: poetisch, zynisch, elektronisch, pneumatisch, kybernetisch, dramatisch, für alle, chaotisch-romantisch und mit einer Spur von Hysterie.
Nach dem theatralischen Konzert ‚machine à sons’, das unterdessen seit einigen Jahren mit grossem Zuspruch schon auf der halben Welt gespielt wird, und damit Zuschauerherzen erobert und Preise abgeräumt hat, steht in compagnie drift‘s neuer Produktion die Musik erneut im Mittelpunkt.
Wer erinnert sich nicht, wie man als Kind Wäscheklammern ans Velo montierte, weil es dann an den Speichen so toll klackerte. Oder voll gespannter Neugier einen Frauenfurz im Briefkasten explodieren liess oder auf dem Eierschneider Gitarre spielte. Diese Freude an technischen Geräten und Basteleien, die wundervolle und einzigartige Geräusche erzeugen, ist Triebfeder der neuesten Produktion der Zürcher compagnie drift. Seit Jahren schon hat die Tanzgruppe die Musik zu ihren Produktionen selber kreiert. Lag in den Anfangsphasen das Schwergewicht dabei noch in einem stärkeren Masse auf Töne zur Bewegung, so hat sich in den letzten Jahren der Akzent immer stärker auf Töne und Bewegung verschoben. Das heisst, die Klänge und Geräusche machten sich mehr und mehr selbständig, ja drängten sich – mit einem wohlwollenden Schmunzeln von den Erzeugern beobachtet – recht eigentlich in den Vordergrund der Performance.
Mehr noch: Die Erzeugung der Töne ist zu einem eigentlichen Bühnenereignis geworden. Dazu muss man wissen, dass die drei «Langzeitkollaborateure» der compagnie drift – François Gendre, Massimo Bertinelli und Peter Schelling – nicht nur bestandene Musiker, Tänzer und Performer sind, sondern leidenschaftliche Tüftler und Bastler, die das Experiment so sehr lieben wie die Poesie, und zur Technik ein geradezu amouröses Verhältnis haben. Wobei sich ihr Technikbegriff vom Marmeladentopf bis zum Mac erstreckt.
Wer ihr theatralisches Konzert «machine à sons» erlebt hat, das sie mit grossem Erfolg in mehr als 78 Vorstellungen auf der ganzen Welt gezeigt haben, weiss was ihn erwartet. Ein Konzert. Aber nicht nur. Die Herren Bertinelli, Gendre und Schelling versuchen auch in der neuen Produktion «Schwarzer Peter» Herr der technischen Lage zu bleiben und den Ton anzugeben, doch ihre Pfeif-klimper-schepper-tröt-Maschinen haben nicht nur ein raffiniertes technisches Innenleben, sie entwickeln mit poetischem Charme und einer gewissen Störrigkeit auch ein Eigenleben, das Aug und Ohr erfreut.
Presseauszüge
'...Sehr überzeugend ist das Konzert 'Schwarzer Peter' der Cie Drift. Die drei Performer sind Musiker und Sänger von Klasse und vermögen ihre Körper und Stimmen so mit Staubsaugern, Musikrobotern und Computerklängen zu verbinden, dass daraus Tonwelten von starker, urpersönlicher Ausdruckskraft entstehen...' ragazzi EOLO, Revista di Teatro, Italien, Mai 2010
'...In Cie Drifts absurdem und unterhaltsamen 'Schwarzen Peter' müssen sie sich drei Männer reiferen Alters vorstellen, die elektronische Objekte bauen aus Teilen von Rasenmähern kombiniert mit elektronischen Teufeleien jedwelcher Art, die sich mit Haarföhnmotoren fortbewegen, um damit Musik im Stile von 'Kraftwerk' zu machen. Ein schönes Konzert!...'
Krapp's Last Post, Italien, Mai 2010
„Klang-Baustelle...ein musikalischer Leckerbissen...
...voll Irrwitz und stoischem Charme. Drei schwarzgekleidete, ausserordentlich sangfreudige Bastelclowns wuchten und zaubern ihre Nummern auf die mit Kabeln und seltsamen Gerät bestückte Bühne... Tinguelys verspielte Maschinerien fallen einem ein und Marthalers nüchterne Irrwitzdramaturgien, und die Musik der drei hat dabei ebenso viel von Tom Waits‘ testosterongestähltem Pathos wie von den Geräuschpartituren einer Gruppe wie Tuxedomoon...Dazu kommt hier die Lust, Klang und Körper in Beziehung zu setzen...Listig, unverschwitzt und unwiderstehlich mitreissend kommt das über die Rampe. Eine wunderbare Performance...“ Mittelland Zeitung, Basel, 31.08.09
‚Ton-Tüftler aus Absurdistan
..Absurde Bildlichkeit...Die drei Herren der Gruppe sind leidenschaftliche Techniktüftler und Bastler...In «Schwarzer Peter» kommen neben den drei männlichen Langzeit-Driftlern eine Soundmaschine aus Lautsprechern, Lämpchen und Muh-Dosen auf die Bühne, ein Insekt aus Bohrmaschinen und ein Kugelstaubsauger, dem Peter Schelling die Luft abstellt, auf dass er im Takt brause – während Béatrice Jaccard diesmal von aussen übers Geschehen wacht..’ Neue Zürcher Zeitung, 26.8.09
Bohrmaschinen und MUH-Dosen in der elektronischen Musik... Der tiefsitzenden Spieltrieb der Cie Drift verweigert sich den üblichen Gesetzmässigkeiten eines Konzerts. Gleichzeitig entsteht eine handfeste, starke und aktuelle Musik...Der 'Schwarze Peter' ist ein rigoroses, raffiniertes und erfindungsreiches musikalisches Spektakel..." La Liberté, Fribourg 14.11.09
Mit der grosszügigen Unterstützung von: Kulturförderung der Stadt Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Kanton Freiburg – Kulturförderung, Loterie Romande, Paul Schiller Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Schweiz. Interpreten Stiftung