DRIFT fhrt vor Augen, wie sich das Fantastische im Unscheinbaren verbirgt.

UNKAPUTTBAR

UrauffÜhrung 26.Okt. 2005 Espace Nuithonie
eine Koproduktion von compagnie drift und Espace Nuithonie, Villars-sur-GlÂne

Ein Stück mit vier Männern, die sich gegenseitig auf widersinnige Abwege begleiten. Unverwüstlich fallen sie immer auf die Füsse –mehr oder weniger – und geben nie auf. Untereinander pflegen sie eine handfeste Freundlichkeit, die dann und wann zu unfreundlicher Handgreiflichkeit ausartet.


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Copyright Photo: Mario del Curto mehr Bilder | Video

Idee: PETER SCHELLING Regie & Dramaturgie: BÉATRICE JACCARD Choreografie & Performance: compagnie drift - MASSIMO BERTINELLI, Michael RÜegg, PETER SCHELLING, Ivan Wolfe Musik: MASSIMO BERTINELLI, FranÇois Gendre BÜhne: PETER SCHELLING Licht: FranÇois Gendre KostÜme: DaphnÉ Ineichen Produktionsleitung: Beatrice Rossi

Sie konstruieren Pyramiden wie Gedankengebäude und bewegen ihre Freunde dazu, als Bausteine herzuhalten. Sie versteigen sich gern und werden Meister im Abstürzen. Dabei hoffen sie immer wieder, während dem Hinunterfallen das Fliegen zu erlernen. Und nebenbei bemerken sie erleichtert, dass die Schwerkraft noch gilt.

Die Welt ist den Männern an Täuschungen so reich, dass sie ihren ganzen Witz aufbringen müssen, um in ihr zurechtzukommen.

Nie sind sie sicher, ob sie jetzt etwas ‚wahr’ nehmen oder ‚falsch’ nehmen. Darum retten sie sich in verschlungene Regelwerke und Spielregeln, die sie sich selber erfinden und die dschungelartig die Realität überwuchern und sie in bizarre Rahmen drängt.

Absurde Lösungswege und Situationen erklären sie kurzspitz für rational und folgerichtig. Sie schlagen sich gegenseitig auf die Schulter und beweisen damit, dass die Schulter noch da ist. So versuchen die Männer, Kurs zu halten und die Welt schön zu finden. Denn wäre die Welt hässlich, wäre ihr Leben fad.

Überhaupt am liebsten aber wären sie Gipfelstürmer und Polarforscher; nutzlose Heroen, die dunkle Höhlen, tiefste Meere und Schneewüsten erforschten und der Welt ginge es gleich gut, wenn sie es nicht täten.

Mit grösster Anstrengung und mit erfrorenen Fingern hinterlässen sie letzte Nachrichten an die Nach- und Aussenwelt, die sich dafür nicht sonderlich interessierte.

Vielleicht würden sie auf den Gipfeln neue Kontinente suchen. Sicher aber fänden sie in der radikalen Nutzlosigkeit ihres tuns ihren persönlichen, unerschütterlichen Sinn. Sie erfreuten sich des Lebens und würden sich in ihrer eigenen, selbst gemachten Realität häuslich einrichten.


PresseauszÜge

UNERSÄTTLICHE HASSLIEBE

„...Glücklich, wem eine Cie Drift ins Haus schneit...(die Tänzer) sehen aus wie arme Beckett-Clowns, fragmentarische Existenzen, die sich gegenseitig die Gelenke auswringen, als wärens nasse Lappen...In unermüdlicher Hassliebe zu sich und vier riesigen aufgeblasenen Luftkissen machen sie die hinreissend aufgelegten Akteure über Männerrollen lustig. Selbstironisch, planvoll absurd...Ein Pas de Deux bei Drift wirkt nie schwerelos, sondern ruppig. Auf sehr elegante Weise ruppig. ‚Unkaputtbar’ eben...“
baz, Basel 22.9.06

GETANZTER MÄNNERPOWER

„…ein unterhaltsames Stück voller witziger Einfälle und akrobatischen Einlagen, einem phantasievollen Bühnenbild und ausgeklügeltem Sounddesign, und vor allem getanzter Männerpower mit abgründigen Einblicken...“
bz, Basel, 21.9.06

Prinzen auf der Erbse

„...vier ganze Kerle, die allerdings die Erbse unter dem Matratzenberg, wenn denn da eine wäre, gewiss empfindlich drücken würde. Diese beinahe repräsentative Gruppe von Herren der Schöpfung unternimmt in ‚unkaputtbar’ mannigfaltige Versuche, Stärke sowie Mut zu zeigen und sich in die besten Posen zu werfen. Eine feine Komik durchzieht dieses Stück, dabei liegt der Humor gar nicht in der Persiflage maskuliner Stereotype, sondern im Bewegungswitz, der klischierte Gesten nur antönt und die Verunsicherung, das Scheitern gleich in die Inszenierung einbezieht. Mit stets unbeirrbarer Siegermiene vollführen sie wieder und wieder ihre Kunststücke, um stets von neuem zu Boden zu krachen. Ein kompaktes, in sich stimmiges und überraschendes Stück. Letztlich sind diese Kopf stehenden dickschädligen Helden, die vier rührigen Prinzen, diese wendigen Stehaufmännchen und clownesken Cowboys eben schlicht und einfach Lebenszirkuskünstler.“
Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 24.11.05

MÄnnertrÄume aus Frauensicht

‚...die fein gebaute Choreografie ist eine intelligente Spielerei mit herkömmlichen Bildern von Männlichkeit...
...so werden die bedrohlich schwankenden Matratzen wie ein verschneiter Berggipfel bestiegen, und nah am Abgrund wird mit Selbstauslöser ein letztes fröhliches Gruppenbild geknipst, bevor alles einstürzt und die Mutigen unter sich begräbt. Dass sich diese tapfer weder Schreck noch Schmerz anmerken lassen, sondern aufstehen, als wäre nichts geschehen, und sich der nächsten Herausforderung zuwenden, ist Ehrensache...’ 
Tages-Anzeiger, Zürich, 24.11.05

UnverwÜstliche Optimisten

„Die Compagnie Drift in Bestform.
‚Unkaputtbar’ hat Humor und Hintersinn...
Immer wieder nehmen sie von neuem Anlauf zu verstiegenen Taten, probieren neugierig alle Möglichkeiten aus und gehen so lange rückhaltlos in ihren Aktionen auf, bis sie tatsächlich wieder auf die Nase fallen und im übertragenen Sinn doch immer auf den Füssen landen...sie machen unverdrossen und mit unvermindertem Einsatz und grosser Ernsthaftigkeit weiter...
...Wenn sie von Ticks heimgesucht werden, die Kontrolle über ihre Glieder zeitweise verlieren oder in Automatismen verfallen, kämpfen sie darum, alle Bewegungen wieder zu ihren eigenen machen und weiterhin ihren Zielen nachzujagen...
...Das Stück setzt allem Kaputten, Defekten, Schwermütigen und Erschöpften eine unerschöpfliche Lebensenergie entgegen...
...Eine durchgehend präzise Formgebung sowie eine überlegene Rhythmisierung geben dem Clownesk-Skurrilen und dem Athletisch-Akrobatischen des Bewegungsgeschehens etwas besonders Tänzerisches...“
Der Landbote/ Zürichsee-Zeitung, Zürich 24.11.05

Ganz schÖn Drift

„...Mal als Clowns, mal als vier Irre, doch immer wieder menschlich, allzu menschlich: das Quartett erinnert an so komisch-tragische Figuren wie  Wladimir und Estragon in «Warten auf Godot», aber  auch an unscheinbare Durchschnittsmenschen,  Zeitgenossen, die um den Sinn ihres Lebens kämpfen und manchmal verloren in einer schicken Bar  sitzen.
...Da wird onomatopoetisch  geflucht und handgreiflich gezankt. Bewegungen  schlagen aus, Gesten werden zu Ticks... „  
Tanz der Dinge Dezember/Januar 05/06, Schweiz

‚Sich reinhÄngen, den Kopf in den Sand stecken
oder beides gleichzeitig’

„...ein tiefgründiges, intensives und lustiges Stück..’
...vier Tänzer, vier schräge Typen beginnen den Abend auf grossen, aufblasbaren, durchsichtigen Matratzen wippend, halb lasziv, halb abwesend und hypnotisieren damit die Zuschauer.
...jeder von ihnen setzt sich mit grösster Ernsthaftigkeit mit dem Zustand des kleinen Mannes auseinander, der von seiner eigenen Unbesiegbarkeit träumt...
Ein Gefühl der Absurdität scheint durch die Handlungen hindurch und Sisyphus ist nie weit...
Theatralischen Szenen wechselnd mit intensiven Bewegungssequenzen..
..köstlich und witzig wird gezeigt, wie Menschen sich mit ihrer Menschlichkeit herumschlagen...
‚...Sie machen vorwärts, koste es was es wolle und versuchen, die Kontrolle zu behalten...
Sie möchten alle von ihrer Überlegenheit überzeugen und versuchen, cool zu bleiben, auch wenn sie das Gleichgewicht verlieren.
Sie zweifeln nicht daran, dass sie hervorragende Akrobaten sind auch wenn sie nur etwas lächerlich wirken und sie schreien ihre unverständliche Rede auch dann noch hinaus, wenn sich der Boden unter ihren Füssen auftut...
Sie versuchen aber auch beinahe verzweifelt und ungelenk, den Andern zu verstehen und sich ihm anzunähern...’
La Liberté, Fribourg, Schweiz, 28.10.05

Mit der freundlichen UnterstÜtzung von PrÄsidialabteilung der Stadt ZÜrich, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Amt fÜr Kultur des Kantons Freiburg - Kulturbeitrag, Fachstelle Kultur Kanton ZÜrich, Stanley Thomas Johnson Foundation, Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, Kulturstiftung Winterthur, Familien-Vontobel-Stiftung, Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Stiftung der Schweizerischen Landesausstellung 1939 , Schweizerische Interpreten-Stiftung, Migros Kulturprozent

 

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