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Idee: PETER
SCHELLING Regie & Dramaturgie: BÉATRICE
JACCARD Choreografie & Performance: compagnie
drift - MASSIMO
BERTINELLI, Michael RÜegg, PETER
SCHELLING, Ivan Wolfe Musik: MASSIMO
BERTINELLI, FranÇois
Gendre BÜhne: PETER
SCHELLING Licht: FranÇois
Gendre KostÜme: DaphnÉ Ineichen Produktionsleitung: Beatrice
Rossi
Sie konstruieren
Pyramiden wie Gedankengebäude
und bewegen ihre Freunde dazu,
als Bausteine herzuhalten.
Sie versteigen sich gern und
werden Meister im Abstürzen.
Dabei hoffen sie immer wieder,
während
dem Hinunterfallen das Fliegen
zu erlernen. Und nebenbei
bemerken sie erleichtert, dass
die Schwerkraft noch gilt.
Die Welt ist
den Männern an Täuschungen
so reich, dass sie ihren ganzen
Witz aufbringen müssen,
um in ihr zurechtzukommen.
Nie sind sie
sicher, ob sie jetzt etwas ‚wahr’ nehmen
oder ‚falsch’ nehmen.
Darum retten sie sich in verschlungene
Regelwerke und Spielregeln,
die sie sich selber erfinden
und die dschungelartig
die Realität überwuchern
und sie in bizarre Rahmen drängt.
Absurde Lösungswege
und Situationen erklären
sie kurzspitz für rational
und folgerichtig. Sie schlagen
sich gegenseitig auf die Schulter
und beweisen damit, dass die
Schulter noch da ist. So versuchen
die Männer, Kurs zu halten
und die Welt schön zu
finden. Denn wäre die
Welt hässlich, wäre
ihr Leben fad.
Überhaupt
am liebsten aber wären
sie Gipfelstürmer und
Polarforscher; nutzlose Heroen,
die dunkle Höhlen, tiefste
Meere und Schneewüsten
erforschten und der Welt ginge
es gleich gut, wenn sie es
nicht täten.
Mit grösster
Anstrengung und mit erfrorenen
Fingern hinterlässen sie
letzte Nachrichten an die Nach-
und Aussenwelt, die sich dafür
nicht sonderlich interessierte.
Vielleicht
würden sie auf den Gipfeln
neue Kontinente suchen. Sicher
aber fänden sie in der
radikalen Nutzlosigkeit ihres
tuns ihren persönlichen,
unerschütterlichen Sinn.
Sie erfreuten sich des Lebens
und würden
sich in ihrer eigenen, selbst
gemachten Realität häuslich
einrichten.
PresseauszÜge
UNERSÄTTLICHE HASSLIEBE
„...Glücklich, wem eine Cie Drift ins Haus schneit...(die Tänzer) sehen aus wie arme Beckett-Clowns, fragmentarische Existenzen, die sich gegenseitig die Gelenke auswringen, als wärens nasse Lappen...In unermüdlicher Hassliebe zu sich und vier riesigen aufgeblasenen Luftkissen machen sie die hinreissend aufgelegten Akteure über Männerrollen lustig. Selbstironisch, planvoll absurd...Ein Pas de Deux bei Drift wirkt nie schwerelos, sondern ruppig. Auf sehr elegante Weise ruppig. ‚Unkaputtbar’ eben...“
baz, Basel 22.9.06
GETANZTER MÄNNERPOWER
„…ein unterhaltsames Stück voller witziger Einfälle und akrobatischen Einlagen, einem phantasievollen Bühnenbild und ausgeklügeltem Sounddesign, und vor allem getanzter Männerpower mit abgründigen Einblicken...“
bz, Basel, 21.9.06
Prinzen auf der Erbse
„...vier ganze Kerle,
die allerdings die Erbse unter
dem Matratzenberg, wenn denn
da eine wäre, gewiss empfindlich
drücken würde. Diese
beinahe repräsentative
Gruppe von Herren der Schöpfung
unternimmt in ‚unkaputtbar’ mannigfaltige
Versuche, Stärke sowie
Mut zu zeigen und sich in die
besten Posen zu werfen. Eine
feine Komik durchzieht dieses
Stück, dabei liegt der
Humor gar nicht in der Persiflage
maskuliner Stereotype, sondern
im Bewegungswitz, der klischierte
Gesten nur antönt und
die Verunsicherung, das Scheitern
gleich in die Inszenierung
einbezieht. Mit stets unbeirrbarer
Siegermiene vollführen
sie wieder und wieder ihre
Kunststücke, um stets
von neuem zu Boden zu krachen.
Ein kompaktes, in sich stimmiges
und überraschendes Stück.
Letztlich sind diese Kopf stehenden
dickschädligen Helden,
die vier rührigen Prinzen,
diese wendigen Stehaufmännchen
und clownesken Cowboys eben
schlicht und einfach Lebenszirkuskünstler.“
Neue
Zürcher Zeitung, Zürich,
24.11.05
MÄnnertrÄume
aus Frauensicht
‚...die fein gebaute Choreografie
ist eine intelligente Spielerei
mit herkömmlichen Bildern
von Männlichkeit...
...so werden die bedrohlich
schwankenden Matratzen
wie ein verschneiter Berggipfel
bestiegen, und nah am Abgrund
wird mit Selbstauslöser
ein letztes fröhliches
Gruppenbild geknipst, bevor
alles einstürzt und die
Mutigen unter sich begräbt.
Dass sich diese tapfer weder
Schreck noch Schmerz anmerken
lassen, sondern aufstehen,
als wäre nichts geschehen,
und sich der nächsten
Herausforderung zuwenden, ist
Ehrensache...’
Tages-Anzeiger,
Zürich, 24.11.05
UnverwÜstliche
Optimisten
„Die Compagnie Drift
in Bestform.
‚Unkaputtbar’ hat
Humor und Hintersinn...
Immer wieder nehmen sie
von neuem Anlauf zu verstiegenen
Taten, probieren neugierig
alle Möglichkeiten aus
und gehen so lange rückhaltlos
in ihren Aktionen auf, bis
sie tatsächlich wieder
auf die Nase fallen und im übertragenen
Sinn doch immer auf den Füssen
landen...sie machen unverdrossen
und mit unvermindertem
Einsatz und grosser Ernsthaftigkeit
weiter...
...Wenn sie von Ticks heimgesucht
werden, die Kontrolle über
ihre Glieder zeitweise verlieren
oder in Automatismen verfallen,
kämpfen sie darum,
alle Bewegungen wieder
zu ihren eigenen machen
und weiterhin ihren Zielen
nachzujagen...
...Das Stück setzt allem
Kaputten, Defekten, Schwermütigen
und Erschöpften eine unerschöpfliche
Lebensenergie entgegen...
...Eine durchgehend präzise
Formgebung sowie eine überlegene
Rhythmisierung geben dem Clownesk-Skurrilen
und dem Athletisch-Akrobatischen
des Bewegungsgeschehens etwas
besonders Tänzerisches...“
Der Landbote/ Zürichsee-Zeitung,
Zürich 24.11.05
Ganz schÖn
Drift
„...Mal als Clowns, mal
als vier Irre, doch immer wieder
menschlich, allzu menschlich:
das Quartett erinnert an so
komisch-tragische Figuren wie Wladimir
und Estragon in «Warten
auf Godot», aber auch
an unscheinbare Durchschnittsmenschen, Zeitgenossen,
die um den Sinn ihres Lebens
kämpfen und manchmal verloren
in einer schicken Bar sitzen.
...Da wird onomatopoetisch geflucht
und handgreiflich gezankt.
Bewegungen schlagen aus,
Gesten werden zu Ticks... „
Tanz
der Dinge Dezember/Januar 05/06,
Schweiz
‚Sich
reinhÄngen, den Kopf in
den Sand stecken
oder beides gleichzeitig’
„...ein tiefgründiges,
intensives und lustiges Stück..’
...vier Tänzer, vier schräge Typen
beginnen den Abend auf grossen, aufblasbaren,
durchsichtigen Matratzen wippend, halb lasziv,
halb abwesend und hypnotisieren damit die
Zuschauer.
...jeder von ihnen setzt sich mit grösster
Ernsthaftigkeit mit dem Zustand des kleinen
Mannes auseinander, der von seiner eigenen
Unbesiegbarkeit träumt...
Ein Gefühl der Absurdität scheint
durch die Handlungen hindurch und Sisyphus
ist nie weit...
Theatralischen Szenen wechselnd mit intensiven
Bewegungssequenzen..
..köstlich und witzig wird gezeigt,
wie Menschen sich mit ihrer Menschlichkeit
herumschlagen...
‚...Sie machen vorwärts, koste
es was es wolle und versuchen, die Kontrolle
zu behalten...
Sie möchten alle von ihrer Überlegenheit überzeugen
und versuchen, cool zu bleiben, auch wenn
sie das Gleichgewicht verlieren.
Sie zweifeln nicht daran, dass sie hervorragende
Akrobaten sind auch wenn sie nur etwas lächerlich
wirken und sie schreien ihre unverständliche
Rede auch dann noch hinaus, wenn sich der
Boden unter ihren Füssen auftut...
Sie versuchen aber auch beinahe verzweifelt
und ungelenk, den Andern zu verstehen und
sich ihm anzunähern...’
La
Liberté,
Fribourg, Schweiz, 28.10.05
Mit der freundlichen
UnterstÜtzung von PrÄsidialabteilung
der Stadt ZÜrich, Pro Helvetia – Schweizer
Kulturstiftung, Amt fÜr
Kultur des Kantons Freiburg -
Kulturbeitrag, Fachstelle Kultur
Kanton ZÜrich, Stanley Thomas
Johnson Foundation, Zuger Kulturstiftung
Landis & Gyr, Kulturstiftung
Winterthur, Familien-Vontobel-Stiftung,
Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Stiftung
der Schweizerischen Landesausstellung
1939 , Schweizerische
Interpreten-Stiftung, Migros
Kulturprozent